Der kleine Saal der Stadthalle Erlangen – „Heinrich-Lades-Halle“ – von Harald Loebermann, 1969-1971 gebaut (Bild: Manfred Sack)

Die Musiklandschaft in der Republik sucht ihresgleichen und ist der historisch gewachsenen, föderalen Entwicklung des Landes zu danken. Und noch heute Theater, Konzertsäle, Opernhäuser in der Nähe zu haben, ist für Freunde von gesprochenem Wort und Musik ein wunderbares Privileg. 
Sich über Konzerte oder Festivals zu informieren, gelingt im Internet durchaus. Einen Überblick über Orte, an denen die Musik spielt, ergänzt durch präzise Informationen zu Architektur und Akustik, findet man bislang nicht. Die Idee dazu gibt es aber schon lang, sie liegt dem Konzept dieser Website zugrunde und wurde von Manfred Sack und der Herausgeberin seit 1989 verfolgt.


 

Manfred Sack (©Wilfried Dechau)

Mit dem langjährigen Architekturkritiker der ZEIT, dem Musikwissenschaftler Manfred Sack (1928-2014), habe ich immer wieder darüber beraten, wie denn ein Buch über „Räume für Musik“ ausfallen könnte. Es war uns klar: Nebenbei kann man einen solchen Aufwand nicht treiben, und Verlage zahlen nichts mehr für mühselige Recherchen. Wir hatten uns anläßlich eines Beitrags kennengelernt, den Manfred Sack für die db 5/89 („Räume für Musik“) geschrieben hatte.

 

Manfred Sack: Räume für Musik. Der Klang der Säle – in den Ohren, in den Augen. 1989

 

Hören und sehen, fühlen und vermitteln

Wir blieben dabei, dass wir uns erzählten, wo wir Musik gehört haben. Und waren sicher: Ohne Sehen kein Hören – sind die Augen beim Hören zu, sind dennoch Bilder im Kopf. Und umgekehrt: Ohne Hören kein Sehen. Auch die Stille sieht man. Manfred Sack ist für die sinnlichen Erfahrungen von Raum und Musik äußerst empfänglich gewesen – und hat sie wunderbar an seine Leserschaft vermittelt. Und er liebte Collagen. So erreichten uns immer wieder seine wunderbaren, manchmal nur briefmarkenähnlich veränderten Werke per Post. Er verstarb 2014.

Nachruf Manfred Sack (1938-2014)

Ursula Baus

Herausgeberin Dr. Ursula Baus studierte zunächst Kunstgeschichte und Philosophie in Saarbrücken, dann Architektur in Stuttgart und Paris. War Redakteurin einer Fachzeitschrift für Architektur, gründete mit gleichgesonnenen Kolleg(inn)en 2004 die Partnerschaftsgesellschaft frei04 publizistik. Ist beziehungsweise war diversen Gremien, Stiftungen (Bundesstiftung Baukultur, stellv. Beiratsvorsitzende; Schelling Architekturstiftung, Vorstand), Kuratorien (IBA Basel) tätig. Als Lehrbeauftragte für Architekturtheorie und -kritik auch immer auf der Suche nach jungen Talenten. Ist vor allem an Grenzbereichen interessiert: Architektur, Stadt, Ökonomie, Politik – und Musik.