Die Laeiszhalle (ehemals Musikhalle Hamburg) gehört architektonisch zum Reizvollsten, was die Stadt zu bieten hat. Denn die Bauzeit (1908) und Weiterentwicklung des Gebäudes bis in die Gegenwart erzählt mit Sichtbarem, was jeweilige Generationen zeitgeschmacklich verändert haben.
Die Laeiszhalle ist ein Beispiel hanseatischen Mäzenatentums. Der Hamburger Reeder Carl Laeisz vermachte der Stadt Geld zum Bau »einer würdigen Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik«. (1)
Laeiszhalle Hamburg
Johannes Brahms Platz, 20355 Hamburg
https://www.elbphilharmonie.de/de/laeiszhalle
Verwaltungsmäßig über die Website»elbphilharmonie.de« verzwergt, offenbart sich in der dort veröffentlichten Erläuterung des Gebäudes sein wahrer Rang: »Über 100 Jahre lang war die Laeiszhalle in Sachen Musik in Hamburg das erste Haus am Platze. Das Konzerthaus wurde 1908 eröffnet und konnte bald schon Komponisten wie Richard Strauss, Sergej Prokofjew, Igor Strawinsky oder Paul Hindemith begrüßen, die hier eigene Werke dirigierten. In epochalen Konzerten erlebte das Publikum angehende Weltstars wie den 12-jährigen Yehudi Menuhin oder den jungen Vladimir Horowitz sowie Legenden wie Maria Callas.
Auch nach der Eröffnung der Elbphilharmonie 2017 bleibt der Große Saal der Laeiszhalle einer der besten philharmonischen Konzertsäle Europas. Die Symphoniker Hamburg geben hier als Residenzorchester regelmäßig Konzerte, viele weitere Orchester, Chöre und Veranstalter sorgen für ein vielseitiges Programm. Auch Pianisten von Weltrang wie Grigory Sokolov und Martha Argerich oder Sänger wie Cecilia Bartoli und Jonas Kaufmann schwören auf den Saal mit seiner exzellenten Akustik und seinem besonderen Ambiente. Elbphilharmonie und Laeiszhalle werden unter einer gemeinsamen Generalintendanz geführt.«
Die Laeiszhalle verfügt über zwei Säle. Hier beginnen wir mit dem Kleinen Saal, denn am 24. Januar 2025 lockte ein feines Programm zu einem Konzert in diesen Saal: Das Mandelring Quartett spielte zusammen mit Roland Glassl, Viola, (dem Vorgänger von Andreas Willwohl) Streichquintette von Mozart und Bruckner und das leise klagende 7. Streichquartett von Schostakowitsch. Er hatte es seiner Frau Nina gewidmet, die 1954 an Krebs gestorben war.

Hamburg, Laeiszhalle, Kleiner Saal. 24. Januar 2025. Bühne und Bühnenrückwand, der perfekte holzverkleidete »Schalltrichter« (Foto: Wilfried Dechau)
Hier im Kleinen Saal der Laeiszhalle konnte ich zum ersten Mal nachvollziehen, warum das Mandelring Quartett immer ein wenig mit dem für Kammermusik als zu groß empfundenen Saalbau in ihrer Heimatstadt Neustadt hadert. Der Kleine Saal der Laeiszhalle hat zwar auch rund 600 Sitzplätze (Saalbau einschließlich Emporen etwa 1200), ist aber als Raum viel kompakter. Und die holzverkleidete Bühne hat a priori keinen anderen Zweck, als »Schalltrichter« für die dort spielenden, kleinen Formationen zu sein.

Hamburg, Laeiszhalle, Kleiner Saal, 24. Januar 2025, vor dem Beginn des Konzertes (Foto: Wilfried Dechau)
Leider kenne ich den Kleinen Saal der Laeiszhalle nicht in seiner ursprünglichen, sondern nur in der jetzigen, 2011 von den Architekten WRS sanierten Form. Klar, mit dem Äußeren, das immer noch ebenso hanseatisch neobarock daherkommt wie 1908, hat der Kleine Saal nicht mehr viel gemein, aber er klingt wunderbar! Und wenn man den Angaben auf der Website der Architekten WRS glauben darf, ist es ihnen gelungen, mit einer fast lächerlich klein wirkenden Summe von 90000 Euro für die Sanierung einen vorzüglichen Kammermusiksaal gezaubert zu haben.

Hamburg, Laeiszhalle, Kleiner Saal. 24. Januar 2025. Bevor die »Alten Hasen« auftraten, spielte ein ganz junges Quartett (Foto: Wilfried Dechau)
Laeiszhalle, Hamburg, Johannes Brahms-Platz
ursprünglich: Holstentorplatz, später Karl-Muck-Platz, seit 1997 Johannes-Brahms-Platz
Architekten: Martin Haller und Emil Meerwein, Hamburg
Bauzeit: 1904 – 1908
Bauherr: Hansestadt Hamburg
Mäzene: Carl und Sophie Laeisz, Hamburg
Laeiszhalle, Kleiner Saal, Sanierung
Sanierung: WRS Architekten, Hamburg
Auftraggeber: Elbphilharmonie und Laeiszhalle Service GmbH
Realisierung: 2010 – 2011
Gesamtkosten: 70000 Euro
(1) zitiert aus Wikipedia (15. Februar 2026) https://de.wikipedia.org/wiki/Laeiszhalle





