Fonte Vivace, das 2025 erstmals veranstaltete Festival für Alte Musik in der Kulturregion Aachen, fand 2026 vom 19. April bis 10. Mai an verschiedenen Orten in und um Aachen statt: im Kloster Steinfeld, im Töpfereimuseum Langerwehe, im Ballsaal des Alten Kurhauses, im Spiegelfoyer des Theaters, in der Jugendmusikschule Heinsberg, in Grundschulen in Aachen und Würselen, in der Alten Kirche Linnich-Körrenzig, im Ludwigforum, in der Salvatorkirche, in der Annakirche und in der Theresienkirche.
Theresienkirche
Aachen, Pontstraße 41
Theresienkirche, Wikipedia
Die Theresienkirche ist eine katholische Stadtkirche; sie wurde 1739 bis 1745 von Laurenz Mefferdatis (1677-1748) gebaut, der von 1710 bis 1744 als erster namentlich bekannter Stadtbaumeister in Aachen tätig war. Die Inneneinrichtung stammt von Johann Josef Couven (1701-1763) – dem Vater des Architekten Jakob Couven, von dem die Entwürfe für das Alte Kurhaus stammen. Im Zweiten Weltkrieg ist die Kirche stark zerstört worden. Sie wurde in den 1950er Jahren wieder aufgebaut, der Innenraum wurde erst in den 1970er Jahren rekonstruiert.

Aachen, Theresienkirche, ein Ort der Ruhe in der Pontstraße. Wenige Schritte in Richtung Markt »tanzt der Bär« (Foto: Wilfried Dechau).
Heute wird die Kirche von der rumänisch-orthodoxen Gemeinde »Heilige Dreifaltigkeit« genutzt. Der orthodoxe Gottesdienst findet jeden Sonntag um 11 Uhr statt. Innerhalb des Stadtgefüges wirkt die Kirche wie ein ruhender Pol. Wenn man vom Markt kommend durch die Pontstraße geht, hat man das Gefühl, hier sei die Amüsiermeile der Stadt. Kneipen, Restaurants, Disko und viele viele Leute auf der Straße. Kaum hat man die mächtige Kastanie passiert, wird es erfrischend still.

Aachen, Theresienkirche, Pontstraße 41. Die Kirche dient zur Zeit der rumänisch orthodoxen Gemeinde (Foto: Wilfried Dechau).
1. Mai 2026: Am späten Abend wurde in der Theresienkirche ein »barockes Lob des verborgenen Genusses« geboten. In reichlich blattgoldverzierter Atmosphäre. Das Nachtkonzert des Ensemble Lantana Camara zusammen mit der Sopranistin Lubov Karetnikova war »eine musikalische Hommage an die Nacht als Zeit der Sehnsüchte, Träume und verborgenen Freuden, die erst im Schutz der Dunkelheit frei erblühen« (aus dem Fonte Vivace Programmheft).

One Charming Night, das Ensemble Lantana Camara & Lubov Karetnikova in der Theresienkirche. Sophia Aretz, Traversflöte, Amarilis Dueñas, Viola da Gamba, Jakob Wagner, Laute, Lubov Karetnikova, Sopran (Foto: Wilfried Dechau)
Das Ensemble Lantana hatte ein breitgefächertes Programm, von Henry Purcell (1659-1695) über Händel (1685-1759) bis Jean-Baptiste Lully (1632-1687) und von Marin Marais (1656-1728) über Vivaldi (1678-1741) bis Couperin (1668-1733) und Rameau (1683-1764). Das Konzert stand unter der Überschrift »One charming Night«, dem Titel eines Stücks von Henry Purcell aus The Fairy Queen.
Um sowohl das Konzert als auch den Raum um mich herum wahrnehmen zu können, sitze ich gern so weit wie möglich hinten. In diesem Fall hatte ich mich auf die Orgelempore zurückgezogen, hatte dadurch alles im Blick und den ganzen Raum vor mir und um mich herum. Für Gambe und Laute hätte ich wohl doch besser etwas näher dran sitzen sollen, aber Lubov Karetnikovas zauberhafte Sopranstimme füllte den ganzen Raum. So konnte ich das luxuriöse Gefühl geniessen, sie habe allein für mich gesungen.
Das Konzert in der Theresienkirche war eines von insgesamt etwa einem Dutzend Konzerten des Festivals für Alte Musik. Das Festival ist ein Projekt der Aachener Wohnzimmerkonzerte. Lorenzo Alpert und Judith Konter teilen sich die künstlerische Leitung des Festivals. Martin Kruska, Klaus Schruff und Ulrike Schaar sind verantwortlich für das Festival-Management.
Am 10. Mai 2026 ging das Festival Fonte Vivace mit dem Abschlusskonzert »Let’s go Baroque!« in der Salvatorkirche, Aachen zuende.
Aktuelle Informationen unter: Fonte Vivace und Wohnzimmerkonzerte



